Fliegen, meine Passion

Es war ein Informationsabend vom Schweizerischen Hängegleiterverband über die neue Luftraumgestaltung in der Schweiz im April 2019. Eine Diskussion über eine Voice-Prüfung für Gleitschirmpiloten hat alles ausgelöst. Ende August begann ich mit der Ausbildung zur Radiotelefonie (RTF). Ende November schloss ich die erfolgreich bei einer Prüfung beim BAZL ab.

Tja und wenn ich schon diese grosse Hürde geschafft habe, warum nicht gleich noch in diesem Zug weiterfahren? Nahtlos trat ich ein zur Ausbildung zum Privatpiloten im Motorflug an. In der Flugschule der Motorfluggruppe Pilatus drücke ich nun die Schulbank und lerne den theoretischen Teil der Motorfliegerei.


Ich freue mich auf die praktischen Teile der Ausbildung.


Ein Bubentraum scheint endlich wahr zu werden.

19. Januar 2020

Die theoretischen Vorbereitungen sind voll am Laufen. Zweimal wöchentlich sitze ich am Abend von 18:00 bis 21:00 im Ausbildungszentrum der Pilatus Flugzeugwerke AG. Moderne Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Mittels Lineal und Zirkel werden Winddreiecke konstruiert und die entsprechenden Werte ermittelt. Die gute alte Zeit der Rechenschieber kommt da voll wieder zum Zuge.

2. Mai 2020

Corona heisst das Wort. Es hat alles etwas durcheinander gebracht. Die theoretische Ausbildung ist seit dem 13. März komplett unterbrochen worden. 4 Wochen war ich in Kurzarbeit. Wie und wann der Theorieunterricht weiterläuft, steht noch in den Sternen geschrieben. Flugstunden jedoch sind nun möglich. Als Schutzmassnahme gegen den Virus muss eigenes Material und Mundschutz getragen werden. Also schon mal geht es irgendwie doch weiter.


Den Grosseinkauf habe ich nun erledigt.

notwendiges, persönliches Headset.
notwendiges, persönliches Headset.
Kniebrett für Flugdokumente
Kniebrett für Flugdokumente
Hygienemasken
Hygienemasken

10. Juni 2020

Wegen Corona hat es seeeehr lange gedauert. Doch für einen kleinen Aufpreis klappt es endlich. Mit meinem Headset ist nun die Ausrüstung für den praktisch Teil der Ausbildung bereit. Ich freue mich.

19. Juni 2020

Der Erstflug am Freitagabend war unerwartet spannend. Trotz der sehr labilen Luft ging es in die Luft und es dauert nicht lange, hatte ich schon dem Steuerknüppel selbst in der Hand. Ich durfte ihn nicht mehr loslassen bis wir wieder auf dem Boden standen.

Am Samstagmorgen ging es gleich weiter. Im ersten Flug lernte ich die Platzrunden zu erfliegen. Im zweiten Flug ging es um Notfallszenarien im Steig- und Sinkflug. Wir erfliegten auch den Stallpunkt.

24. Juni 2020

Besitzer eines Hangarschlüssels
Besitzer eines Hangarschlüssels

27. Juni 2020

Landen, landen und immer wieder landen. Heute trug ich auch geeigneteres Schuhwerk. So verklemmt es mir nicht die Füsse in der Kabine. Somit stand das Training mit dem Seitenruder an. Ufff, das braucht schön viel Feingefühl. Und dann war da noch die Umkehrkurve/Steilkurve. Huooo, da viel mir das Herz in die Hose. Für sein grossväterliches Alter ist dieser Flieger schön sportlich. Ich dachte, jetzt klappen er dann die Flügel hoch.


Am Ende stand der Zähler für Landungen auf 7 und der Fluglehrer verabschiedete sich mit dem Satz: und für nächsten Samstag bereitest du einen Navigationsflug vor.

Das geht ja im Sauseschritt voran. 😊

Erster Navigationsflug geplant
Erster Navigationsflug geplant

30. Juni 2020

Planung fertiggstellt, Flugplan eingereicht, Wetter gecheckt, DABS gelesen und das Kniebrett mit den nötigen Dokumenten ausgerüstet, so wartete ich nervös 45 Minuten lang auf meinen ersten VFR NAV Flight. Der Fluglehrer verstand es, mich herunterzuholen und bis zum Take Off war mein Puls normal. Die Funksprüche von mir waren noch etwas holperig, doch Praxis weicht ja auch von der Theorie ab. Doch dann in der Luft war eine fantastische Sicht ins Mittelland hinaus. Vorbereitungen auf die Landung in Triengen, ganz ohne Hilfe ging es nicht. Im C-Büro erhielt ich eine Einweisung in den Bürokram und natürlich den Stempel für in das Flugbuch darf nicht vergessen sein. Sofort ging es weiter. Waypoint Hitzkirch getroffen, ebenfalls Obfelden. Auf dem Weg nach Zug gab es Instrktionen fürs Rollen. Am Zugi lagen Gleitschirm für den Start ausgebreitet. Und schon ging es wieder auf den Rückweg auf 4500ft AMSL zur Homebase zurück. Nachdem der Flieger geputzt und versorgt, der Fluglehrer abgezogen war, es ruhig um mich wurde und ich so am Resumieren bin.... Da war doch noch was! Vor lauter Faszination am Fliegen habe ich ganz vergessen zu fotografieren. 😂😂😂

man wurde vom Boden aus beobachtet
man wurde vom Boden aus beobachtet

Vom geplante Kurs gab es praktisch keine Abweichungen. Hier die Aufzeichnung.

18. Juli 2020

Intensiv wird geflogen. Mindestens 2 mal wöchentlich sitze ich im Motorflieger und lerne das Verhalten der Piper J3C in allen Fluglagen kennen. Heute war Start um 8:30 Uhr. Ich wurde begleitet und mein Landetraining wurde festgehalten. Beurteile selbst

Nach dem Platzrundetraining ging es anschliessend noch zu einem AusFlug nach Beromünster. Ein spannendes Erlebnis mit viel Traffic unterwegs. Um 12:30 Uhr war dann meine Lektion an diesem Tag zu Ende.

27. Juli 2020

Einen halben Tag frei nehmen und einmal fliegen mit ATC Unterstützung. "...is Mr Baerfuss on board" kommt es da vom Tower Buochs her. "Affirm, I am on board". Bei diesem Navigationsflug ging es an den Mythen vorbei an den Zürichsee, mit Landung am Seeufer Wangen-Lachen. Beim Rückflug war der Flughafen Zürich-Kloten in Sicht. Über Zug führte der Flug zurück nach Kägiswil. Dieser Flug hinterlies bei mir sehr viele Eindrücke. Unterwegs beobachteten wir auch viele Gleitschirme. Für mich natürlich eine spezielle Situation. Beide Arten zu fliegen ist spannend, wobei beim Gleitschirmsport natürlich viel näher am Gelände geflogen wird.

Aus der Sicht des Flugschülers
Aus der Sicht des Flugschülers
Grüsse aus dem Tower LSZC
Grüsse aus dem Tower LSZC

5. August 2020

An diesem Tag wird medizinisch beurteilt, ob ich ein Flugzeug führen darf. Tja, gut wird diese noch von einem Arzt beurteilt. Wobei ich schon genug lange mich in der Luft bewege und selber nie abheben würde bei Unwohlsein oder ich mich nicht 100% flutauglich zu fühlen würde.

7. August 2020

Auf dem Zeltplatz in Interlaken schlafen noch alle, als ich um 6:00 Uhr losfuhr für ein weiteres Flugtraining. Weil ich auf dem Zeltplatz keine Möglichkeit hatte, den neu gestalteten Flugplan ausdrucken, fuhr ich zuvor rasch nach Hause. Um 8:30 Uhr steht die Piper L4 startbereit. Dem eintreffenden Fluglehrer berichtete ich von meinen Flugvorbereitung und verwiesen darauf, dass wir uns nicht beeilen müssten. Am Zielflugplatz darf erst um 9:00 gelandet werden. Kein Problem, meinte er, dann werden wir unterwegs eben noch einen Kreis ziehen. Ja, warum nicht über dem Zeltplatz und dort meine Gleitschirmkollegen aus dem Tiefschlaf reisen. In herrlichem Sonnenschein überqueren wir den Brünig und tuckern über den Brienzersee hinweg. Doch dann über Interlaken kam es anders. Da hinein, ins Lauterbrunnental solle ich einfliegen, meinte mein Instruktor. Wow. in dieses enge Tal, wo sonst nach dem Einflug die Militärjets an Felswänden kleben bleiben. Mit Respekt und voller Vorsicht tauchte ich in dieses Tal ein. An der engsten Stelle demonstrierte mir dann mein Ausbildner, wie dort mit genügend Reserve gewendet werden kann.

Um 9:01 setzen wir schliesslich auf dem Flugplatz Thun auf. Nach erfolgtem Bürokram ging es auf dem Rückweg über den Schallenberg, Schangnau, Kemmeribodenbad und der Glaubenbühlen nach Kägiswil zurück.

Ja, so ein Flug im goldigen Morgenlicht hat seine Reize.

Flugaufzeichnung ansehen

 

Die zwei Tage danach durfte ich je zwei Passagieren ebenfalls die Schönheit des Haslitals mit dem türkisfarbenen Brienzersee aus der Luft zeigen. Bei einem fantastischen Flug mit dem Zweisitzergleitschirm ging es von First (Grindelwald) über's Faulhorn nach Interlaken. Nur waren wir viel höher als mit der Piper.

10. August 2020

Ein unscheinbarer Ferientag beginnt. Circuit Training ist angesagt. Immer eine kleine Herausforderung, wenn der Tower Alpnach aktiv ist. Man will ja mit den Profis alles richtig machen. Und doch passieren immer wieder kleine Fehler. Schon am Morgen früh ist es heiss. Nach 8 Landungen bin ich bachnass. Eine kleine Verschnaufpause. Mein Wunsch war dann einen kleinen Roundtrip ums Stanserhorn, vorbei am Berggasthaus Gummen. Vielleicht beobachtet mich ja meine dort arbeitende Tochter. Und meinen Gleitschirm-Fliegerkollegen bei seiner Arbeit im Tower Buochs zu erfahren, war auch ein Ziel. Overhead Kägiswil gab es dann Speedturns und powerless Landing. Tanken und noch nicht genug vom Fliegen, stieg ich wieder in den Flieger. Also bitte, den stossen wir bestimmt nicht zurück zum Hanagar. Doch der Fluglehrer streikt. Er will nicht mehr, nimmt seine Utensilien aus dem Flugzeug und schickt mich alleine auf das Circuit Training. Uff, wie geht das, was muss ich machen? Ich muss mich erst ein wenig sammeln, die Abläufe im Kopf durchspielen. Es wird mit der Aufregung wahrscheinlich noch heisser werden. Ich entschliesse mich für einen Flug mit offenem Fenster. Und plötzlich brummelt der Motor. Ich mache alleine den Check before Departure. Fast hilflos, suchende Blicke über das Flugplatzgelände, der Fluglehrer ist weg. Ja dann halt los. Der Flieger rollt, er hebt ab, er steigt wie verrückt und noch nicht im Downwind habe ich die Sollhöhe von 2700 Fuss bereits überschossen. Paragleiter 34 meldet sich beim Tower. Zum Glück verweist der Fluglotse den Piloten auf meine Trainingsflüge über dem Flugplatz. So kann ich mich voll auf's Fliegen konzentrieren. Alles geht gut. Nach 3 Landungen rolle ich zum Hangar zurück.

 

Wie doch so ein Tag plötzlich sich aufregend gestalten kann....

08:30 der Flieger steht bereit
08:30 der Flieger steht bereit

15. August 2020

Nach Regentagen sind am Morgen laut Wettervorhersage Nebelbänke im Mittelland angesagt. Wegen Feiertag darf eh erst ab 10:00 Uhr gestartet werden. Bis dann hat die Sonne ihre Arbeit getan und die Nebekbänke sind weggebrannt. Auf dem Plan steht ein AusFlug nach Buttwil an. Wir heben ab klettern über den Lopper und strecken die Nase in Richtung Seetal. Oh je, geht das unter erschwerte Wetterbedingen? Die Feuchtigkeit ist auf gestiegen und überall stehen Cummeli mit tiefer Wolkenbasis. Laut Vorbereitung hätte die Wolkenbasis über 6000 Fuss stehen sollen. Doch über dem Baldegersee sehen wir wegen Wolken nicht zum Flugplatz hin. Da gibt es keine Chance über den Sector West einzufliegen. Wir fliegen nördlich um die Wolken rum und tatsächli, über Sector East ist ein Anflug möglich. Relativ zügig setzen wir zur Landung auf der Graspiste über die Hindernisse im Endanflug an. Am Funkt wird die L4 herzlich begrüsst und wir bekommen auch gleich ein Parking zugewiesen. Wir geniessen einen Kaffee, erledigen Büroarbeit und fliegen danach über den Wolken zurück.


Es war an diesem Tag anspruchsvoll die Wolkenabstände einzuhalten. Vom Instruktor erhielt ich einen Empfehlung, wie ich bei solchen Verhältnissen hätte besser vorgehen können. Ich bin ja noch in Ausbildung und benötige solche Inputs.


Es war ein erfüllter, lehrreicher Flug und ich habe mir erlaubt während des Flugs ein, zwei Bilder zu schiessen.

19. August 2020

Heute steht der Alpeneinweisungsflug auf dem Programm. Die Vorbereitungen verlangen da etwas mehr ab. Die Wetterbedingungen abzuchecken auf eine längere Strecke sind etwas intensiver, vorallem die Druckdifferenz zwischen Alpennord und Alpensüdseite ist dabei wichtig. Bei Föhn gibt es keine Alpenüberquerung nach Locarno. Sogar Flugpläne sind eingereicht. Es steht dem Unterfangen nichts im Weg.

Worte zum ganzen Flug über all diese Bergspitzen, dafür gibt es keine. Das muss man erlebt haben. Bessere Bedingungen hätten wir wohl nicht antreffen können. Zum Training aktivierten wir den Flugplan von Kägiswil nach Locarno durch den Fluglotsen von Alpnach. Während des Fluges haben wir Pässeüberquerunge mit kritischer Höhe trainiert und was es bedeutet vor der Überquerung auch eine Umkehrkurve zu erfliegen. Vor Locarno reger Funkverkehr. Ich bin voll gefordert. Nach der Landung muss eine kleine Flüssigkeitszunahme drinliegen.

Der Start von Locarno verlief gut. Steigen, steigen, steigen, damit wir beim Gotthard übersetzen können. Als Training nimm ich noch Kontakt mit Zürich Information auf. Ich erhalte klare Anweisungen. Stressfrei und mit genug Höhe geht es über der Gotthardpass. Programmänderung, statt das Reusstal hinunter, nehmen wir direkten Kurs auf die Titlis Südwand. Zwischen Titlis und Spanort hüpfen wir ins Engelbergertal. Im "Sturzflug" geht es über die Melchseefrutt ins kleine Melchtal auf den Einflugpunkt Sierra und im direkten Anflug auf die Homebase zu.


Sehr viel gelernt und aber auch sehr viele Eindrücke haben diese Flüge hinterlassen. Der Instruktor ist zufreiden mit meiner erbrachten Leistung. Doch der Lerneffekt war nach der Landung noch nicht fertig. Am Abend ein Telefon, die Verkehrsleitung aus Zürich meldet, dass da ein Flugplan noch offen sei. Doch ich bin mir ganz sicher, dass ich nach der Landung in Locarno zum Schliessen des Flugplans dort angerufen hatte. Ich erwähne sogar noch den Namen der Kontaktperson. Schlussendlich braucht es 3 Telefonate für die Klärung. Auf dem Rückfllug wurde vom Fluglotsen in Locarno der zweite Flugplan aktiviert. Das hatte ich natürlich nicht erwartet.

Spannort bei Engelberg
Spannort bei Engelberg
Der Instruktor mit Flugschüler
Der Instruktor mit Flugschüler

22. August 2020

Der Flugtag heute war eine extrem lehrreiche Erfahrung. Frontendurchgang, Regen, tiefhängende Wolken. Der Flugauftrag war: Landen in Langenthal und Biel-Kappelen und die CTR von Bern durchqueren. Wann soll zum Flug aufgebrochen werden bei solchen Wetterbedingungen. Wettersituationen abschätzen, vom Regen verspritzte Frontscheibe, während des Fluges Rerouting definieren wetterbedingt und nicht aus dem Konzept bringen lassen und stets wissen, wo man ist, in ein Seitental einfliegen bei tiefhängenden Wolken und vieles mehr. Gegebene Situation abschätzen und Entscheide fällen.

 

Ich habe heute extrem viel profitieren dürfen.

 

Abgeflogene Strecke

über der Hauptstadt Bern
über der Hauptstadt Bern

24. August 2020

Heute war mein bestätigter Soloflug. Das heisst jetzt, ich bekomme nun einen Flugauftrag und fliege beim nächsten Flug alleine einen Flugplatz an. Das macht mich etwas nervös. Doch der übernächste Flug soll dann über 2 Flugplätze gehen und die Gesamtlänge der Schenkel muss über 270 km sein. Oje oje, dann wollen wir uns mal heftig darauf vorbereiten.


Doch heute war mit dem Soloflug nicht fertig. Ich dürfte bei einem andern Flugschüler mitfliegen. Der arme Kerl machte Instrumentenflug und konnte die herrliche Aussicht in der Abendsonne gar nicht geniessen.

4. September 2020

Es ist Prachtwetter, alles habe ich penibelst vorbereitet inkl. erstmals den Flieger reservieren. Denn heute steht mein erster Alleinflug auf einen externen Flugplatz bevor. Ich habe mir das Flugfeld Thun ausgesucht. Dieser scheint mir der von mir bereits besuchten Flugplätze der Einfachste zu sein.

Ich bin genug früh im Hangar. Ganz ungewohnt, da ist kein Fluglehrer vor Ort. Ich bereite die HB-ONA vor, ein altes Schulungsflugzeug der US-Airforce vom zweiten Weltkrieg. Ich habe noch nie den Motor am Propeller ganz alleine angeworfen. Das Flugzeug besitzt keine Parkbremsen. Stellt man zu wenig Gas ein, so springt der Motor nicht an. Stelle ich zuviel Gas ein, hüpft mir der Flieger mit drehendem Propeller entgegen. Doch alles klappt.

 

Ich erhalte vom Tower Alpnach die Freigabe zum Starten und Steigen entlang dem Pilatus bis max. 4000 Fuss. Bald verabschiedet sich der Tower und ich kontaktiere Emmen. Auch dort erhalte ich sofort die Freigabe zum Queren des Luftraumes. So klappt es dann auf dem Flug über das Entlebuch und Schallenberg eigentlich richtig gut bis zur Landung in Thun. Dort erledige ich die Büroarbeit. Dann geht es übers Berner Oberland und Brünig zurück zur Homebase. Auch der Tower Meiringen gewährt mir sofort die Freigabe zum Queren ihres Luftraumes. Der Blick aus dem Cockpit ist fantastisch.

 

Mit erquickendem Herzen lande ich wieder in Kägiswil, erledige alles Administrative, putze und versorge das Flugzeug. Ich bin mir wie ein richtiger Pilot vorgekommen, etwas was ich mir bislang im Traum nie vorstellen konnte.

Blick aus dem Cockpit
Blick aus dem Cockpit
Da fehlt einfach noch jemand.
Da fehlt einfach noch jemand.

10. September 2020

Zur Ausbildung gehört einen Alleinflug mit 2 Zwischenlandungen. Einer der Flugplätze darf ich noch nie angeflogen habe. Das Dreieck zwischen diesen Flugplätzen muss mindestens eine Distanz von 270 km ausweisen. Ich plane von Kägiswil nach Schupfart, dann nach Yverdon und wieder zurück nach Kägiswil. Es gibt viel vorzubereiten. Ich habe beide Flugplätze noch nie angeflogen. Zudem wird auf diese Distanz ein Auftanken nötig sein. Ich löse an diesem Donnerstag einen Ferientag ein. 

Pläne spinnen war an diesem Flugtag die Motivation
Pläne spinnen war an diesem Flugtag die Motivation

Herbstzeit bedeutet Bodennebel im Mittelland. Hoffentlich brennt die Sonne diesen schnell weg und ich kann genug früh starten. Ich will die beiden Zwischenlandungen noch vor dem Mittag absolviert haben. Es klappt perfekt. Bodennebel liegt bloss über der Reuss. Meine Flugroute in Richtung Olten ist frei. PPR in Schupfart erhalten ich und hebe ab. Über Olten will ich abkürzen auf die gesichtete Fluh hinzu. Doch ich fliege nach Plan. Zum Glück, denn das war nicht die Sissacherfluh, es war die Schauenburgerfluh. Ich finde auf Anhieb das Flugfeld auf dem Tafeljura. Über Funk werde ich informiert über RWY07 in used. Die Landung klappt perfekt. Rasch ein Kaffee runterschlürfen. Doch oha. Ich kann in Yverdon keine PPR Freigabe anfordern. Das Büro hat erst um 14:00 Uhr offen und den Tag zuvor war ich wegen viel Arbeit zu spät. Plan B, ALTN Lausanne kommt zum Zug. 

Webcam Schupfart
Webcam Schupfart

 Starten des Motors funktioniert und ich hebe ab. Nach Flugplan klappt alles, die Freigabe zum Queren der CTR Bern auf Transit Nord in der gewünschten Höhe erhalte ich. Bis zum letzten, geplanten Wendepunkt läuft alles sehr gut. Doch nun heisst es gut navigieren, der Genfersee liegt vor mir, das Heading stimmt, die Autobahn sehe ich und folge ihr für den Einflug Sector East. Ich fädle mich im Funkverkehr ein. Doch wo ist nun das Spital? Es liegen viele Häuser unter mir, Lausanne ist eine grosse Stadt. Der Wald, hier in den Downwind, ah da ist ein Hochhaus, in die Base drehen. Doch plötzlich setzt sich ein Flugzeug mir im Final voll gefährlich nahe vor die Nase. Wegen Randwirbelgefahr entschliesse ich mich sofort für ein Durchstarten. Ich beobachte den Flieger nach dem Touch and Go, wie er wieder wegsteigen und am Funk empfange ich die die Meldung Outbound North. Alles passt zur Situation in meinem Blickfeld. Ich folge diesem nun mit mehr Abstand in der Platzrund und kann dann auch gut Landen. Orientierung auf dem Flugplatz, wo ist die Tankstelle. Auf diesem Rollweg ist ungewöhnlicherweise Bremsen statt Propellerkraft gefragt. Beim Tanken kommt ein Fluglehrer zu mir und entschuldigt sich beim mir für das sich mir vor die Nase setzen. Doch er wusste nicht, was ich wollte. Ich hätte mich per Funk nicht gemeldet. Oh je. Es stellt sich heraus, dass ich auf der Frequenz von Yverdon meine Meldungen absetzte. Nach dem Tanken geniesse ich einen Lunch.

 

über dem Greyerzersee
über dem Greyerzersee

Letzte Etappe steht bevor. Der Start funktioniert gut. Doch bei Bulle auf 5500 Fuss stelle ich fest, das in Richtung Jaunpass die Wolkenbasis nicht wie angekündigt bei 10'000 Fuss, sondern unter mir liegt. Improvisation ist gefragt. Plan C wird auf der Karte geschmiedet. Dem Greyerzersee folgen in Richtung Thun und dann über Interlaken und Brünig zur Homebase zurück. Über Plaffeien bestätigt das mir bekannte, auffällige Flussbett mein Navigationskönnen. Thun, Plan C wegstecken, es gibt schon richtig toll in die Höhe wachsende Wolken in Richtung Interlaken. Da hineinfliegen und dann wieder umdrehen zu müssen, NEIN Danke. Plan D, Über den Schallenberg wird sofort verworfen wegen wieder zu niedriger Wolkenbasis. Plan E, vor Konolfingen um die Wolken herum nach Langnau und dann über das Entlebuch nach Hause funktioniert. Im Luftraum von Emmen kann ich mich irgendwie dann Einschleusen in den regen Schulungsverkehr der Luftwaffe. CTR von Emmen gekreuzt, erhalte ich dann Einflugfreigabe und landen auf RWY03 vom Tower Alpnach.

bei Thun
bei Thun

Mann, war das eine Erfahrung. Es lief gar nicht nach Plan. Doch ich habe mich immer frühzeitig für eine Alternative entschlossen und habe mich nie unsicher gefühlt. Ich glaube, ich habe diesen Flugauftrag gut gemeistert. Bilanz: 4 Stunden 45 Minuten Airtime total. Zufrieden und entspannt versorge ich die Flugmaschine im Hangar.

16. September 2020

Für den kommenden Samstag habe ich eine Einladung für ein Ziellandekonkurrenz-Fliegen erhalten. Dafür trainieren wir heute. Eine schwarze Linie auf dem RWY03 von Kägiswil nehmen wir als unsere Ziellinie. Mit dem Heckrad so nahe als möglich dort aufsetzen ist der Task.

Wenn das nicht ein Volltreffer ins Schwarze ist!

24. September 2020

Das ist eine Überraschung die verpflichtet. Tja, dann gehe ich schon einmal ran an die Flugplanung. Darf aber nur eingelöst werden bei bestimmter Besatzung im Tower, ist die Bedingung. Hey Spender im Tower, mach dich bereit. Ich komme bald.

Heute stand noch Groundtraining an. Vertraut werden mit dem neuen Cockpit. Das Durcharbeiten der Checklisten üben, damit es dann sitzt beim Erstflug mit der neuen Flugmaschine

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