Fliegen, meine Passion

Es war ein Informationsabend vom Schweizerischen Hängegleiterverband über die neue Luftraumgestaltung in der Schweiz im April 2019. Eine Diskussion über eine Voice-Prüfung für Gleitschirmpiloten hat alles ausgelöst. Ende August begann ich mit der Ausbildung zur Radiotelefonie (RTF). Ende November schloss ich die erfolgreich bei einer Prüfung beim BAZL ab.

Tja und wenn ich schon diese grosse Hürde geschafft habe, warum nicht gleich noch in diesem Zug weiterfahren? Nahtlos trat ich zur Ausbildung zum Privatpiloten im Motorflug an. In der Flugschule der Motorfluggruppe Pilatus drücke ich nun die Schulbank und lerne den theoretischen Teil der Motorfliegerei.


Ich freue mich auf die praktischen Teile der Ausbildung.


Ein Bubentraum scheint endlich wahr zu werden.

19. Januar 2020

Die theoretischen Vorbereitungen sind voll am Laufen. Zweimal wöchentlich sitze ich am Abend von 18:00 bis 21:00 im Ausbildungszentrum der Pilatus Flugzeugwerke AG. Moderne Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Mittels Lineal und Zirkel werden Winddreiecke konstruiert und die entsprechenden Werte ermittelt. Die gute alte Zeit der Rechenschieber kommt da voll wieder zum Zuge.

2. Mai 2020

Corona heisst das Wort. Es hat alles etwas durcheinander gebracht. Die theoretische Ausbildung ist seit dem 13. März komplett unterbrochen worden. 4 Wochen war ich in Kurzarbeit. Wie und wann der Theorieunterricht weiterläuft, steht noch in den Sternen geschrieben. Flugstunden jedoch sind nun möglich. Als Schutzmassnahme gegen den Virus muss eigenes Material und Mundschutz getragen werden. Also schon mal geht es irgendwie doch weiter.


Den Grosseinkauf habe ich nun erledigt.

notwendiges, persönliches Headset.
notwendiges, persönliches Headset.
Kniebrett für Flugdokumente
Kniebrett für Flugdokumente
Hygienemasken
Hygienemasken

10. Juni 2020

Wegen Corona hat es seeeehr lange gedauert. Doch für einen kleinen Aufpreis klappt es endlich. Mit meinem Headset ist nun die Ausrüstung für den praktisch Teil der Ausbildung bereit. Ich freue mich.

19. Juni 2020

Der Erstflug am Freitagabend war unerwartet spannend. Trotz der sehr labilen Luft ging es in die Luft und es dauert nicht lange, hatte ich schon den Steuerknüppel selbst in der Hand. Ich durfte ihn nicht mehr loslassen bis wir wieder auf dem Boden standen.

Am Samstagmorgen ging es gleich weiter. Im ersten Flug lernte ich die Platzrunden zu erfliegen. Im zweiten Flug ging es um Notfallszenarien im Steig- und Sinkflug. Wir erfliegten auch den Stallpunkt.

24. Juni 2020

Besitzer eines Hangarschlüssels
Besitzer eines Hangarschlüssels

27. Juni 2020

Landen, landen und immer wieder landen. Heute trug ich auch geeigneteres Schuhwerk. So verklemmt es mir nicht die Füsse in der Kabine. Somit stand das Training mit dem Seitenruder an. Ufff, das braucht schön viel Feingefühl. Und dann war da noch die Umkehrkurve/Steilkurve. Huooo, da viel mir das Herz in die Hose. Für sein grossväterliches Alter ist dieser Flieger schön sportlich. Ich dachte, jetzt klappen er dann die Flügel hoch.


Am Ende stand der Zähler für Landungen auf 7 und der Fluglehrer verabschiedete sich mit dem Satz: und für nächsten Samstag bereitest du einen Navigationsflug vor.

Das geht ja im Sauseschritt voran. 😊

Erster Navigationsflug geplant
Erster Navigationsflug geplant

30. Juni 2020

Planung fertiggstellt, Flugplan eingereicht, Wetter gecheckt, DABS gelesen und das Kniebrett mit den nötigen Dokumenten ausgerüstet, so wartete ich nervös 45 Minuten lang auf meinen ersten VFR NAV Flight. Der Fluglehrer verstand es, mich herunterzuholen und bis zum Take Off war mein Puls normal. Die Funksprüche von mir waren noch etwas holperig, doch Praxis weicht ja auch von der Theorie ab. Doch dann in der Luft war eine fantastische Sicht ins Mittelland hinaus. Vorbereitungen auf die Landung in Triengen, ganz ohne Hilfe ging es nicht. Im C-Büro erhielt ich eine Einweisung in den Bürokram und natürlich den Stempel für in das Flugbuch darf nicht vergessen sein. Sofort ging es weiter. Waypoint Hitzkirch getroffen, ebenfalls Obfelden. Auf dem Weg nach Zug gab es Instruktionen fürs Rollen. Am Zugi lagen Gleitschirm für den Start ausgebreitet. Und schon ging es wieder auf den Rückweg auf 4500ft AMSL zur Homebase zurück. Nachdem der Flieger geputzt und versorgt, der Fluglehrer abgezogen war, es ruhig um mich wurde und ich so am Resumieren bin.... Da war doch noch was! Vor lauter Faszination am Fliegen habe ich ganz vergessen zu fotografieren. 😂😂😂

man wurde vom Boden aus beobachtet
man wurde vom Boden aus beobachtet

Vom geplante Kurs gab es praktisch keine Abweichungen. Hier die Aufzeichnung.

18. Juli 2020

Intensiv wird geflogen. Mindestens 2 mal wöchentlich sitze ich im Motorflieger und lerne das Verhalten der Piper J3C in allen Fluglagen kennen. Heute war Start um 8:30 Uhr. Ich wurde begleitet und mein Landetraining wurde festgehalten. Beurteile selbst

Nach dem Platzrundetraining ging es anschliessend noch zu einem AusFlug nach Beromünster. Ein spannendes Erlebnis mit viel Traffic unterwegs. Um 12:30 Uhr war dann meine Lektion an diesem Tag zu Ende.

27. Juli 2020

Einen halben Tag frei nehmen und einmal fliegen mit ATC Unterstützung. "...is Mr Baerfuss on bord" kommt es da vom Tower Buochs her. "Affirm, I am on bord". Bei diesem Navigationsflug ging es an den Mythen vorbei zum Zürichsee, mit Landung am Seeufer Wangen-Lachen. Beim Rückflug war der Flughafen Zürich-Kloten in Sicht. Über Zug führte der Flug zurück nach Kägiswil. Dieser Flug hinterlies bei mir sehr viele Eindrücke. Unterwegs beobachteten wir auch viele Gleitschirme. Für mich natürlich eine spezielle Situation. Beide Arten zu fliegen ist spannend, wobei beim Gleitschirmsport natürlich viel näher am Gelände geflogen wird.

Aus der Sicht des Flugschülers
Aus der Sicht des Flugschülers
Grüsse aus dem Tower LSZC
Grüsse aus dem Tower LSZC

5. August 2020

An diesem Tag wird medizinisch beurteilt, ob ich ein Flugzeug führen darf. Tja, gut wird diese noch von einem Arzt beurteilt. Wobei ich schon genug lange mich in der Luft bewege und selber nie abheben würde bei Unwohlsein oder ich mich nicht 100% flutauglich zu fühlen würde.

7. August 2020

Auf dem Zeltplatz in Interlaken schlafen noch alle, als ich um 6:00 Uhr losfuhr für ein weiteres Flugtraining. Weil ich auf dem Zeltplatz keine Möglichkeit hatte, den neu gestalteten Flugplan ausdrucken, fuhr ich zuvor rasch nach Hause. Um 8:30 Uhr steht die Piper L4 startbereit. Dem eintreffenden Fluglehrer berichtete ich von meinen Flugvorbereitung und verwiesen darauf, dass wir uns nicht beeilen müssten. Am Zielflugplatz darf erst um 9:00 gelandet werden. Kein Problem, meinte er, dann werden wir unterwegs eben noch einen Kreis ziehen. Ja, warum nicht über dem Zeltplatz und dort meine Gleitschirmkollegen aus dem Tiefschlaf reisen. In herrlichem Sonnenschein überqueren wir den Brünig und tuckern über den Brienzersee hinweg. Doch dann über Interlaken kam es anders. Da hinein, ins Lauterbrunnental solle ich einfliegen, meinte mein Instruktor. Wow. in dieses enge Tal, wo sonst nach dem Einflug die Militärjets an Felswänden kleben bleiben. Mit Respekt und voller Vorsicht tauchte ich in dieses Tal ein. An der engsten Stelle demonstrierte mir dann mein Ausbildner, wie dort mit genügend Reserve gewendet werden kann.

Um 9:01 setzen wir schliesslich auf dem Flugplatz Thun auf. Nach erfolgtem Bürokram ging es auf dem Rückweg über den Schallenberg, Schangnau, Kemmeribodenbad und der Glaubenbühlen nach Kägiswil zurück.

Ja, so ein Flug im goldigen Morgenlicht hat seine Reize.

Flugaufzeichnung ansehen

 

Die zwei Tage danach durfte ich je zwei Passagieren ebenfalls die Schönheit des Haslitals mit dem türkisfarbenen Brienzersee aus der Luft zeigen. Bei einem fantastischen Flug mit dem Zweisitzergleitschirm ging es von First (Grindelwald) über's Faulhorn nach Interlaken. Nur waren wir viel höher als mit der Piper.

10. August 2020

Ein unscheinbarer Ferientag beginnt. Circuit Training ist angesagt. Immer eine kleine Herausforderung, wenn der Tower Alpnach aktiv ist. Man will ja mit den Profis alles richtig machen. Und doch passieren immer wieder kleine Patzer. Schon am Morgen früh ist es heiss. Nach 8 Landungen bin ich bachnass. Eine kleine Verschnaufpause. Mein Wunsch war dann einen kleinen Roundtrip ums Stanserhorn, vorbei am Berggasthaus Gummen. Vielleicht beobachtet mich ja meine dort arbeitende Tochter. Und meinen Gleitschirm-Fliegerkollegen bei seiner Arbeit im Tower Buochs zu erfahren, war auch ein Ziel. Overhead Kägiswil gab es dann Speedturns und powerless Landing. Tanken und noch nicht genug vom Fliegen, stieg ich wieder in den Flieger. Also bitte, den stossen wir bestimmt nicht zurück zum Hanagar. Doch der Fluglehrer streikt. Er will nicht mehr, nimmt seine Utensilien aus dem Flugzeug und schickt mich alleine auf das Circuit Training. Uff, wie geht das, was muss ich machen? Ich muss mich erst ein wenig sammeln, die Abläufe im Kopf durchspielen. Es wird mit der Aufregung wahrscheinlich noch heisser werden. Ich entschliesse mich für einen Flug mit offenem Fenster. Und plötzlich brummelt der Motor. Ich mache alleine den Check before Departure. Fast hilflos, suchende Blicke über das Flugplatzgelände, der Fluglehrer ist weg. Ja dann halt los. Der Flieger rollt, er hebt ab, er steigt wie verrückt und noch nicht im Downwind habe ich die Sollhöhe von 2700 Fuss bereits überschossen. Paragleiter 34 meldet sich beim Tower. Zum Glück verweist der Fluglotse den Piloten auf meine Trainingsflüge über dem Flugplatz. So kann ich mich voll auf's Fliegen konzentrieren. Alles geht gut. Nach 3 Landungen rolle ich zum Hangar zurück.

 

Wie doch so ein Tag plötzlich sich aufregend gestalten kann....

08:30 der Flieger steht bereit
08:30 der Flieger steht bereit

15. August 2020

Nach Regentagen sind am Morgen laut Wettervorhersage Nebelbänke im Mittelland angesagt. Wegen Feiertag darf eh erst ab 10:00 Uhr gestartet werden. Bis dann hat die Sonne ihre Arbeit getan und die Nebelbänke sind weggebrannt. Auf dem Plan steht ein AusFlug nach Buttwil an. Wir heben ab klettern über den Lopper und strecken die Nase in Richtung Seetal. Oh je, geht das unter erschwerte Wetterbedingen? Die Feuchtigkeit ist auf gestiegen und überall stehen Cummeli mit tiefer Wolkenbasis. Laut Vorbereitung hätte die Wolkenbasis über 6000 Fuss stehen sollen. Doch über dem Baldegersee sehen wir wegen Wolken nicht zum Flugplatz hin. Da gibt es keine Chance über den Sector West einzufliegen. Wir fliegen nördlich um die Wolken rum und tatsächli, über Sector East ist ein Anflug möglich. Relativ zügig setzen wir zur Landung auf der Graspiste über die Hindernisse im Endanflug an. Am Funkt wird die L4 herzlich begrüsst und wir bekommen auch gleich ein Parking zugewiesen. Wir geniessen einen Kaffee, erledigen Büroarbeit und fliegen danach über den Wolken zurück.


Es war an diesem Tag anspruchsvoll die Wolkenabstände einzuhalten. Vom Instruktor erhielt ich einen Empfehlung, wie ich bei solchen Verhältnissen hätte besser vorgehen können. Ich bin ja noch in Ausbildung und benötige solche Inputs.


Es war ein erfüllter, lehrreicher Flug und ich habe mir erlaubt während des Flugs ein, zwei Bilder zu schiessen.

19. August 2020

Heute steht der Alpeneinweisungsflug auf dem Programm. Die Vorbereitungen verlangen da etwas mehr ab. Die Wetterbedingungen abzuchecken auf eine längere Strecke sind etwas intensiver, vorallem die Druckdifferenz zwischen Alpennord- und Alpensüdseite ist dabei wichtig. Bei Föhn gibt es keine Alpenüberquerung nach Locarno. Sogar Flugpläne sind eingereicht. Es steht dem Unterfangen nichts im Weg.

Worte zum ganzen Flug über all diese Bergspitzen, dafür gibt es keine. Das muss man erlebt haben. Bessere Bedingungen hätten wir wohl nicht antreffen können. Zum Training aktivierten wir den Flugplan von Kägiswil nach Locarno durch den Fluglotsen von Alpnach. Während des Fluges haben wir Pässeüberquerunge mit kritischer Höhe trainiert und was es bedeutet vor der Überquerung auch eine Umkehrkurve zu erfliegen. Vor Locarno reger Funkverkehr. Ich bin voll gefordert. Nach der Landung muss eine kleine Flüssigkeitszunahme drinliegen.

Der Start von Locarno verlief gut. Steigen, steigen, steigen, damit wir beim Gotthard übersetzen können. Als Training nimm ich noch Kontakt mit Zürich Information auf. Ich erhalte klare Anweisungen. Stressfrei und mit genug Höhe geht es über den Gotthardpass. Programmänderung, statt das Reusstal hinunter, nehmen wir direkten Kurs auf die Titlis Südwand. Zwischen Titlis und Spanort hüpfen wir ins Engelbergertal. Im "Sturzflug" geht es über die Melchseefrutt ins kleine Melchtal auf den Einflugpunkt Sierra und im direkten Anflug auf die Homebase zu.


Sehr viel gelernt und aber auch sehr viele Eindrücke haben diese Flüge hinterlassen. Der Instruktor ist zufreiden mit meiner erbrachten Leistung. Doch der Lerneffekt war nach der Landung noch nicht fertig. Am Abend ein Telefon, die Verkehrsleitung aus Zürich meldet, dass da ein Flugplan noch offen sei. Doch ich bin mir ganz sicher, dass ich nach der Landung in Locarno zum Schliessen des Flugplans dort angerufen hatte. Ich erwähne sogar noch den Namen der Kontaktperson. Schlussendlich braucht es 3 Telefonate für die Klärung. Auf dem Rückflug wurde vom Fluglotsen in Locarno der zweite Flugplan aktiviert. Das hatte ich natürlich nicht erwartet.

Spannort bei Engelberg
Spannort bei Engelberg
Der Instruktor mit Flugschüler
Der Instruktor mit Flugschüler

22. August 2020

Der Flugtag heute war eine extrem lehrreiche Erfahrung. Frontendurchgang, Regen, tiefhängende Wolken. Der Flugauftrag war: Landen in Langenthal und Biel-Kappelen und die CTR von Bern durchqueren. Wann soll zum Flug aufgebrochen werden bei solchen Wetterbedingungen. Wettersituationen abschätzen, vom Regen verspritzte Frontscheibe, während des Fluges Rerouting definieren wetterbedingt und nicht aus dem Konzept bringen lassen und stets wissen, wo man ist, in ein Seitental einfliegen bei tiefhängenden Wolken und vieles mehr. Gegebene Situation abschätzen und Entscheide fällen.

 

Ich habe heute extrem viel profitieren dürfen.

 

Abgeflogene Strecke

über der Hauptstadt Bern
über der Hauptstadt Bern

24. August 2020

Heute war mein bestätigter Soloflug. Das heisst jetzt, ich bekomme nun einen Flugauftrag und fliege beim nächsten Flug alleine einen Flugplatz an. Das macht mich etwas nervös. Doch der übernächste Flug soll dann über 2 Flugplätze gehen und die Gesamtlänge der Schenkel muss über 270 km sein. Oje oje, dann wollen wir uns mal heftig darauf vorbereiten.

 

Doch heute war mit dem Soloflug nicht fertig. Ich durfte bei einem andern Flugschüler mitfliegen. Der arme Kerl machte Instrumentenflug und konnte die herrliche Aussicht in der Abendsonne gar nicht geniessen.

4. September 2020

Es ist Prachtwetter, alles habe ich penibelst vorbereitet inkl. erstmals den Flieger reservieren. Denn heute steht mein erster Alleinflug auf einen externen Flugplatz bevor. Ich habe mir das Flugfeld Thun ausgesucht. Dieser scheint mir der von mir bereits besuchten Flugplätze der Einfachste zu sein.

Ich bin genug früh im Hangar. Ganz ungewohnt, da ist kein Fluglehrer vor Ort. Ich bereite die HB-ONA vor, ein altes Schulungsflugzeug der US-Airforce vom zweiten Weltkrieg. Ich habe noch nie den Motor am Propeller ganz alleine angeworfen. Das Flugzeug besitzt keine Parkbremsen. Stellt man zu wenig Gas ein, so springt der Motor nicht an. Stelle ich zuviel Gas ein, hüpft mir der Flieger mit drehendem Propeller entgegen. Doch alles klappt.

 

Ich erhalte vom Tower Alpnach die Freigabe zum Starten und Steigen entlang dem Pilatus bis max. 4000 Fuss. Bald verabschiedet sich der Tower und ich kontaktiere Emmen. Auch dort erhalte ich sofort die Freigabe zum Queren des Luftraumes. So klappt es dann auf dem Flug über das Entlebuch und Schallenberg eigentlich richtig gut bis zur Landung in Thun. Dort erledige ich die Büroarbeit. Dann geht es übers Berner Oberland und Brünig zurück zur Homebase. Auch der Tower Meiringen gewährt mir sofort die Freigabe zum Queren ihres Luftraumes. Der Blick aus dem Cockpit ist fantastisch.

 

Mit erquickendem Herzen lande ich wieder in Kägiswil, erledige alles Administrative, putze und versorge das Flugzeug. Ich bin mir wie ein richtiger Pilot vorgekommen, etwas was ich mir bislang im Traum nie vorstellen konnte.

Blick aus dem Cockpit
Blick aus dem Cockpit
Da fehlt einfach noch jemand.
Da fehlt einfach noch jemand.

10. September 2020

Zur Ausbildung gehört einen Alleinflug mit 2 Zwischenlandungen. Einer der Flugplätze darf ich noch nie angeflogen habe. Das Dreieck zwischen diesen Flugplätzen muss mindestens eine Distanz von 270 km ausweisen. Ich plane von Kägiswil nach Schupfart, dann nach Yverdon und wieder zurück nach Kägiswil. Es gibt viel vorzubereiten. Ich habe beide Flugplätze noch nie angeflogen. Zudem wird auf diese Distanz ein Auftanken nötig sein. Ich löse an diesem Donnerstag einen Ferientag ein. 

Pläne spinnen war an diesem Flugtag die Motivation
Pläne spinnen war an diesem Flugtag die Motivation

Herbstzeit bedeutet Bodennebel im Mittelland. Hoffentlich brennt die Sonne diesen schnell weg und ich kann genug früh starten. Ich will die beiden Zwischenlandungen noch vor dem Mittag absolviert haben. Es klappt perfekt. Bodennebel liegt bloss über der Reuss. Meine Flugroute in Richtung Olten ist frei. PPR in Schupfart erhalten ich und hebe ab. Über Olten will ich abkürzen auf die gesichtete Fluh hinzu. Doch ich fliege nach Plan. Zum Glück, denn das war nicht die Sissacherfluh, es war die Schauenburgerfluh. Ich finde auf Anhieb das Flugfeld auf dem Tafeljura. Über Funk werde ich informiert über RWY07 in use. Die Landung klappt perfekt. Rasch ein Kaffee runterschlürfen. Doch oha. Ich kann in Yverdon keine PPR Freigabe anfordern. Das Büro hat erst um 14:00 Uhr offen und den Tag zuvor war ich wegen viel Arbeit zu spät. Plan B, ALTN Lausanne kommt zum Zug. 

Webcam Schupfart
Webcam Schupfart

 Starten des Motors funktioniert und ich hebe ab. Nach Flugplan klappt alles, die Freigabe zum Queren der CTR Bern auf Transit Nord in der gewünschten Höhe erhalte ich. Bis zum letzten, geplanten Wendepunkt läuft alles sehr gut. Doch nun heisst es gut navigieren, der Genfersee liegt vor mir, das Heading stimmt, die Autobahn sehe ich und folge ihr für den Einflug Sector East. Ich fädle mich im Funkverkehr ein. Doch wo ist nun das Spital? Es liegen viele Häuser unter mir, Lausanne ist eine grosse Stadt. Der Wald, hier in den Downwind, ah da ist ein Hochhaus, in die Base drehen. Doch plötzlich setzt sich ein Flugzeug mir im Final voll gefährlich nahe vor die Nase. Wegen Randwirbelgefahr entschliesse ich mich sofort für ein Durchstarten. Ich beobachte den Flieger nach dem Touch and Go, wie er wieder wegsteigen und am Funk empfange ich die die Meldung Outbound North. Alles passt zur Situation in meinem Blickfeld. Ich folge diesem nun mit mehr Abstand in der Platzrund und kann dann auch gut Landen. Orientierung auf dem Flugplatz, wo ist die Tankstelle. Auf diesem Rollweg ist ungewöhnlicherweise Bremsen statt Propellerkraft gefragt. Beim Tanken kommt ein Fluglehrer zu mir und entschuldigt sich bei mir für dass er sich mir vor die Nase gesetzt hat. Doch er wusste nicht, was ich wollte. Ich hätte mich per Funk nicht gemeldet. Oh je. Es stellt sich heraus, dass ich auf der Frequenz von Yverdon meine Meldungen absetzte. Nach dem Tanken geniesse ich einen Lunch.

 

über dem Greyerzersee
über dem Greyerzersee

Letzte Etappe steht bevor. Der Start funktioniert gut. Doch bei Bulle auf 5500 Fuss stelle ich fest, das in Richtung Jaunpass die Wolkenbasis nicht wie angekündigt bei 10'000 Fuss, sondern unter mir liegt. Improvisation ist gefragt. Plan C wird auf der Karte geschmiedet. Dem Greyerzersee folgen in Richtung Thun und dann über Interlaken und Brünig zur Homebase zurück. Über Plaffeien bestätigt das mir bekannte, auffällige Flussbett mein Navigationskönnen. Thun, Plan C wegstecken, es gibt schon richtig toll in die Höhe wachsende Wolken in Richtung Interlaken. Da hineinfliegen und dann wieder umdrehen zu müssen, NEIN Danke. Plan D, Über den Schallenberg wird sofort verworfen wegen wieder zu niedriger Wolkenbasis. Plan E, vor Konolfingen um die Wolken herum nach Langnau und dann über das Entlebuch nach Hause funktioniert. Im Luftraum von Emmen kann ich mich irgendwie dann Einschleusen in den regen Schulungsverkehr der Luftwaffe. CTR von Emmen gekreuzt, erhalte ich dann Einflugfreigabe und landen auf RWY03 vom Tower Alpnach.

bei Thun
bei Thun

Mann, war das eine Erfahrung. Es lief gar nicht nach Plan. Doch ich habe mich immer frühzeitig für eine Alternative entschlossen und habe mich nie unsicher gefühlt. Ich glaube, ich habe diesen Flugauftrag gut gemeistert. Bilanz: 4 Stunden 45 Minuten Airtime total. Zufrieden und entspannt versorge ich die Flugmaschine im Hangar.

16. September 2020

Für den kommenden Samstag habe ich eine Einladung für ein Ziellandekonkurrenz-Fliegen erhalten. Dafür trainieren wir heute. Eine schwarze Linie auf dem RWY03 von Kägiswil nehmen wir als unsere Ziellinie. Mit dem Heckrad so nahe als möglich dort aufsetzen ist der Task.

Wenn das nicht ein Volltreffer ins Schwarze ist!

24. September 2020

Das ist eine Überraschung die verpflichtet. Tja, dann gehe ich schon einmal ran an die Flugplanung. Darf aber nur eingelöst werden bei bestimmter Besatzung im Tower, ist die Bedingung. Hey Spender im Tower, mach dich bereit. Ich komme bald.

Heute stand noch Groundtraining an. Vertraut werden mit dem neuen Cockpit. Das Durcharbeiten der Checklisten üben, damit es dann sitzt beim Erstflug mit der neuen Flugmaschine

6. Oktober 2020

Eigentlich bin ich für den ersten Flug mit dem Vierplätzer erst auf den 15. Oktober 2020 eingestellt. Doch der Flieger kommt früher aus der Reparatur zurück. Am Morgen erhalte ich spontan ein SMS, ob ich bereit wäre für den Einführungsflug. Um 15:15 Uhr treffen wir uns für diesen Flug. Ja, ich habe meine Trockenübungen im Cockpit absolviert. Resultat Airwork in Form von Lagenfliegen, Speed Range, verschiedene Arten von Stalls, Platzrunden trainieren, motorlose Landungen, Landungen und Starts ohne Flaps, Notlandetrainings.

Neue Herausforderung
Neue Herausforderung

Es war ein sehr intensives Training. 11 Landungen in 1.75 Stunden Gesamtflugzeit. Die Checks sind umfangreicher in zeitlich kürzeren Platzrunden.

7. Oktober 2020

Mein Mobile klingelt am Mittagstisch. Mein Instruktor will schon wieder mit mir fliegen. Heute kombinieren wir meine Aternate Flugplatz Buochs Einweisung mit einer Landung dort. Ich hatte versprochen, die Gutscheine werden zeitnah eingelöst. Es ging alles schnell. Falsche Anflug Richtung, wechsel im Downwind auf die andere Piste. In verkürzter Platzrund und im gefühlten Sturzflug geht es runter und schon quitschen die Reifen auf dem Hartbelag. Das Aufsetzen war sauber, doch meine Blind Transmitions waren volles Gestotter. Es fehlt noch extrem die Routine in den ganzen Checks und somit überschlägt dies dann auf die andern Handlungen. Wenigstens habe ich es mit dem Bedienen der Barrieren und Pistenbeleuchtung hinbekommen. Über den Rengpass geht es zurūck auf die Homebase. Ein kurzer Flug. Auch in kleinen Schritten kommt man ins Ziel.

Ich habe mich da mal zwischen die Grossen gestellt.
Ich habe mich da mal zwischen die Grossen gestellt.

8. Oktpber 2020

Heute war eigentlich ein Solorundflug mit HB-ONA und einer Zwischenlandung in Buochs schon seit Tagen im Voraus geplant. Flieger ist natürlich schon seit Tagen reserviert und ebenfalls die Anmeldung beim Flugplatz schon lange erledigt.

Doch mein Fluglehrer hat immer wieder Überraschungen parat. So nehmen wir den HB-UCM für die Landeübung (Touch and Go) in Buochs. In der Luft melde ich mich beim Kontrollturm für die Landeübung an. Ich erhalte sofort als "Number one" die Freigabe für einen Direktanflug auf Piste 06 und den Touch and Go. Verlassen soll ich dann die Piste mit einer Rechtskurve.

Ich setze auf der langen Piste auf, gib sofort wieder Gas und steige langsam wieder weg über Ennetbürgen auf den See hinaus, drehe rechts und dann die Stimme vom Turm an mich, was ich da mache. Mit fragendem Blick zu meinem Fluglehrer auf dem Copilotensitz. Ich habe doch alles richtig gemacht.

Dann die Stimme am Funk wieder. Da sitze ein enttäuschter Fluglotse neben ihm. Man hätte schon erwartet von mir, dass ich auf einen Kaffee vorbeikomme. Der Fluglehrer sofort wegweisend: Also wenn man zu einem Kaffee eingeladen wird, dann ist das unanständig diese abzulehnen. Und schliesslich hat man als Pilot die Anweisungen der Luftverkehrsleitung zu befolgen. Ich bestätige die Rückkehr und erhalte sofort die Freigabe zum Landen wieder auf Piste 06 und Parkieren neben dem Kontrollturm als Number one.

Kaum auf dem Parking aus dem Flieger gestiegen, werden wir schon zum Kontrollturm hinauf zittiert. Oben erleben wir den Betrieb bei einem Kaffee und geniessen die Aussicht.

da unten steht unsere Flugmaschine
da unten steht unsere Flugmaschine
Verkehr rollt auf dem Taxiway
Verkehr rollt auf dem Taxiway

Auch für meinen Fluglehrer war es ein spezielles Erlebnis. Diese herzliche Einladung war ein absolutes Highlight für mich. So schnell werde ich dies nicht vergessen. Danke dem Gutscheinspender.

sunset flight
sunset flight

Nach dem Rückflug in die Homebase durfte ich anschliessend noch einen Sonnenuntergangsfmug mit einem Gast geniessen.

27. Oktober 2020

Seit längerer Zeit endlich wieder einmal die Nase ins Cockpit stecken, juhui. Doch die Ernüchterung erfolgte sogleich. Schulungsflüge nur noch mit Hygienemaske. Als Brillenträger kein leichtes Unterfangen, die Brille hängt an den Ohren, die Maske wickelt man auch noch darum und zuletzt wird noch alles vom Headset abgedeckt. Daran könnte man sich gewöhnen. Doch die Gläser beschlagen bald. Die Brille landet sofort auf dem Rücksitz. Die Fluginstrumente lassen sich ablesen, die Landschaft erkenne ich auch, nur die Checkliste auf dem Kniebrett strengt an.


Heute stand Birrfeld auf dem Programm. Ich muss den Wolken ausweichen und komme von der geplanten Route ab. Sobald als möglich sinke ich unter die Wolkebasis ab. Da bewege ich mich im Luftraum Golf und da gelten geringere Wolkenabstände. Eigentlich gut vorbeteitet, bringt der Fluglehrer mich trotzdem etwas aus dem Konzept. Doch wir setzen in Birrfeld auf. Nach dem Bürokram und einem Kaffee geht es über die gewohnte Route Zug, Meggen Kreuztrichter zurück nach Kägiswil.


Der gesperrte Luftraum auf dem DABS macht mich neugierig. Emmen 10km das kann nur ein Patrouille Suisse Training sein. Vom Flugplatz Kägiswil fahre ich nach Emmen und geniesse dort die Hohe Kunst des Präzisonfliegens.

28. Oktober 2020

Für heute solle ich die 30 30 30 Regel studieren. Ich soll mit Scheuklappen und nur nach den Fluginstrumenten fliegen. Es gibt keinen Blick nach draussen. Das soll Training für den Notfall sein, falls man einmal von Wolken eingepackt würde. Da es ja eh regnen wird und wolkenverhangen ist, spielt ja das Fliegen ohne Sicht gar keine Rolle.


Mein Vater hat erfahren, dass ich heute wieder abhebe. Er will zum Flugplatz kommen und zusehen. Viel wird es nicht zu sehen, gegebenenfalls einen Start und dann sind wir weg. Wir gehen vor dem Fliegen noch zusammen zum Mittagessen.


Flieger bereitstelle ist nun mit 3 Flugmaschinen etwas zeitintensiver. Mein Flieger hinten. Das heisst zuerst der "alte ONA" raus, so dass ich an ihr mit dem andern Flieger vorbekomme und dann wieder rein mit der Alten.


Nach dem Outside Check wird das Wetter immer prächtiger. Aber der Fluglehrer hat's nicht vergessen. Er erscheint mit der überdimensional Dächlikappe. Ich stelle alle Fluginstrumente korrekt ein und los geht es. Ich bekomme Kurs- und Höhenanweisungen, werde aufgefordert ein Crossing der CTR von Horw nach Sempach anzufordern. Dann muss ich den Funkstrahl 280 vom VOR WIL Einfangen, nach dem Überfliegen vom VOR muss ich vom Strahl 280 dem Strahl 210 folgen nach der 30 30 30 Regel. Dann werde ich zum rechts threesixty und anschliessend zum threesixty links rum aufgefordert. Es schüttelt und rüttelt gewaltig. Das sei hier normal, wir seien über dem Napf. Request für Crossing südlich von Wohlhusen nach Kriens soll ich anfragen. Aha es scheint wieder zurück zu gehen. Über Sierra (Giswil) soll ich zu einem langen Endanflug ansetzen. Bei ALT1700 darf ich die Scheuklappen wieder enfernen.


Oh da ist ja schon die Piste. Es bleibt fast keine Zeit für Korrektur und quitschend sitzen wir auf der Hartbelagpiste von Kägiswil.


Flugauzeichnung

Der Tag wird noch abgeschlossrn mit Circuit Training. Dieses enthält auch powerless Approach, Rechtsvolte und Landung ohne Auftriebsklappen.

28. Oktober 2020

Nach meinem Circuit Training darf ich mit zum Einweisungsflug des Fluglehrers durch den Cheffluglehrer. Ich sitze als PAX im restaurierten Robin der Fluggruppe. Der Flieger sieht phantastisch aus, wie neu. Und was für eine tolle Rundumsicht und modernes Cockpit er bietet.

tolle Rundumsicht
tolle Rundumsicht
modernes Cockpit
modernes Cockpit

30. Oktober 2020

Meine Flugvorbereitungen haben bis in die frühen Morgenstunden um 0:30 Uhr gedauert. Alles minuziös geplant, studiert, analusiert und Bewilligungen eingeholt. Nach dem Aufwachen noch rasch die aktuelle Wettervorhersage geprüft und ein Blick aus dem Fenster....  heute scheint mein Glückstag zu werden. Ich bin früh genug auf dem Flugplatz um die HB-UCM vom vorangehenden Piloten zu übernehmen.


11:45 starten wir etwas verspätet als geplant, steigen auf 6500 Fuss um über den Brünig Gstaad anzupeilen. Über Interlaken prüft mein Fluglehrer meine Navgationskenntnisse. Ich muss ihm erklären, in welches Tal wir einbiegen sollen und wie der weitere Verlauf ist. Er ist zufrieden mit mir. Als würde ich nicht zum ersten Mal in Gstaad landen, geht die ganze Landeeinteilung auf und wir setzen zum Endanflug auf Piste 26 an.

Über dem Thunersee
Über dem Thunersee
On Ground in Saanen/Gstaad
On Ground in Saanen/Gstaad

Nach einem kleinen Schwatz mit den Flugplatzangestellten steigen wir wieder in die Luft, queren den Col des Mosses und tauchen das Wallis ein. Über Martigny erreichen wir den TOD (Top of Descent) im Sinkflug fliegen wir über den Einflugpunkt Whisky auf den Downwind von Runway 26 des Flugplatzes Sion. Wir erhalten die Freigabe als Number one zum Landen. Auch hier klappt alles wie am Schnürchen. Wir erledigen auf dem C-Büro die Gebührenabrechnung.

 

Ohne Pause und nur einem Schluck Erfrischung aus meine air-baer Thermosflasche starten wir wieder den Motor. Funkabwicklung mit dem Tower funktioniert wieder vorzüglich und wir erhalten die Freigabe zum Steigflug im Downwind. Ziel ist eine Gipfelhöhe von 12'000 Fuss zu erreichen. Ab einer bestimmten Höhe bemerken wir dann den angekündigten Westwind, es schiebt uns fast quer durch die Luft. Brig ist dann der Wendepunkt. Wir drehen leicht Links zum Aletschgletscher. Es rüttelt. Geplant war ein Schulflug mit kritischer Höhe (1000 Fuss über Grund) das Jungfraujoch zu überfliegen. Doch in anbetracht der Westwindturbulenzen belassen wir es mit diesem Manöver. Ich erhalte die Anweisung noch 1000 Fuss mehr zu steigen. Auf der Luvseite der Berggipfel wähle ich den Anflug auf das Jungfraujoch zu. Dort ist es etwas angenehmer zu fliegen als in den Leeturbulenzen. Und trotzdem habe ich keine Zeit das Steuer nur kurz zu übergeben um ein Foto der Landschaft zu schiessen. Taktisch mit spitzem Winkel zur Passhöhe taste ich mich zum Überflug heran. Sollte es nötig sein, kann ich noch immer abbrechen und wegdrehen. Doch nein, es klappt ein Rechtsschwenker und schwupp sind wir im Berner Oberland zurück. Es geht vorbei an der Eigernordwand, am Wetterhorn in Richtung Brünig. Über Sierra wird eine Zusatzschleife notwendig, da ich den Funk zur Anmeldung zum Landen nicht bereit hatte. Im Direktanflug auf Piste 03 peile ich Kägiswil an. Pünktlich können wir den Flieger tanken und bereitstellen für die nachfolgende Pilotin.

 

Man war das ein spannender Tag mit all den Ausblicken in dieser Flughöhe auf die umliegenden Gipfel. Die ganzen Vorbereitungsbemühungen haben sich gelohnt.

toller Besuch in Sion
toller Besuch in Sion

17. November 2020

Es ist schon länger her seit dem letzten Flug. Dabei wollte ich in zügigem Tempo weiterfahren. Doch die Hochdrucklage bedeutet um diese Jahreszeit Nebel. Auf unserer Homebase sind SVFR nicht erlaubt und darum musste zuerst neben Terminen das Wetter passen.


Und wenn dieses Equipment bereit steht, dann stehen auch die Indikatoren auf grün.

Was es so braucht.
Was es so braucht.

Die Tasche war vollgestopft mit elektronischen Hilfsmitteln: Flugroute mit DABS Lufträumen auf dem Flytec Vario programmiert, auf dem Tablet in der Garmin App die Route aktiviert und sonst noch vieles mehr.

 

Denn für heute war die Planung etwas Besonders. Navigieren mit Radionavigation. Mit Hilfe der Funkfeuer die Route finden und Positionen bestimmen. Ich hatte nämlich vom Glaubenbühlenpass bis zurück nach Kägiswil keine Sicht aus dem Fenster. Einzig über Willisau durfte ich rasch den Sichtschutz wegnehmen. Wir flogen an einem tollen Heissluftballon vorbei.

Hier findest du den Track des "Blindfluges".

Doch nach dem IFR Training war noch nicht fertig. Nach einer kurzen Pause ging es zur Vertiefung nochmals auf die Landevolte.


Die letzten 3 Platzrunden dreht ich dann noch solo.


Poah, das war wieder, wie immer, intensiv und lehrreich. Eines verstehe ich nach dem heutigen Tag nicht: dass man früher nur mit VORs (Funkfeuer) navigieren konnte. Da haben wir heute das Glück, es gibt GPS. Damit kann man präziser fliegen.

21. November 2020

Am Abend zuvor wurde ich zum Training der Landungperfektionierung aufgerufen. Von 8:00-9:00 hätten wir den Flieger zur Verfüfung.

Ich bin pünktlich vor Ort und startbereit. Der Fluglehrer kommt eine Viertelstunde zu spät. Rasch einsteigen und dann kommt die Meldung, wir hätte den Flieger bis 12:00. Ich hatte zwar den nächsten Flug vorbereitet aber die Dokumente nicht bei mir.

Das "Platzrundentraining" sah dann folgendermassen aus:

Start

Crosswind nach Brunnen

Downwind nach Ambri (mit Go Around dort)

Base über den Nufenenpass zum Eggishorn

Long Final ab Jungfraujoch


Wer nimmt schon eine Fotokamera mit zum Circuit Training. Doch die fantastisch Bilder hatte ich trotzdem eingefangen. Sie sind in meinem Gedächnis.


Aber das ist die Flugaufzeichnung


Knapp schaffte ich es dann noch zur anschliessenden Verabredung, einen PAX am Gleitschirm zu pilotieren. Ein Startabbruch stoppte das Unterfangen abrupt.

4 Wochen bin ich nun gegroundet
4 Wochen bin ich nun gegroundet

30. Dezember 2020

Der feste Verband ist weg und mein Fluglehrer fordert mich zu einem Testflug auf. Natürlich habe ich durch den Unfall das Medical verloren. Doch mit dem Fluglehrer sind Schulungsflüge erlaubt. Alles wird ausprobiert. Kann ich genug stark ziehen bei 60° Neigung kurven, funktionieren Notlandungen noch etc. Eine Stunde intensives Training mit 10 Landungen. Es hat alles geklappt bis auf den Tankwahlschalter. Der bereitet noch Schmerzen, aber ich kann ihn umschalten.

 

Noch am selben Abend wird der erste Navigation ins Ausland geplant. Deutschland, ich komme.

 

Zudem habe ich mein ganzes Flugbuch nun elektronisch beim BAZL hinterlegt. https://dlog.bazl.admin.ch

 

5. Februar 2021

Schon richtig lange ist's her, als das letzte Mal vor mir der Propeller die Luft zerschnitt. Es war das Wetter, welches keine weiter Flugstunden zulies.

Ein langweiliger Corona-Freitag-Fernseh-Abend ist angebrochen, als plötzlich mein Mobile Töne von sich gibt. Auf dem Display: hast du Zeit? Morgen um 0800 steht der Flieger zum Abheben bereit. Natürlich bestätige ich sofort diese Aufforderung. In weniger als 12h und schlafen sollte ich in dieser Zeit auch noch. Jetzt wird's hektisch. Meine Flugvorbereitung für meinen bevorstehenden Auslandflug zusammenbüscheln, alle elektronischen Flughelferlein auf Motorflug umstellen. So endet dieser "langweilige" Abend knapp vor Mitternacht.

6. Februar 2021

Ich bin bereits unterwegs zum Flugplatz, als mein Fluglehrer bestätigt, dass er sich jetzt auf den Weg macht. Ich bin Punkt 0800 bereit zum Starten. Mein Fluglehrer wurde noch in Gesprächen aufgehalten, darum beobachte ich 2 vor mir gestarteten Piloten auf dem Circuit Training. Leider habe ich vom Fliegerarzt noch kein Bescheid über meinen Unfallbericht. Ich benötige eine Zuage von ihm für ein weiter gültiges Medical. Denn nur dann darf ich im Alleinflug abheben. So fliegen wir eben zu zweit. Wegen Föhnvorhersage spreche ich das Landeprozedere für Bergwind in Kägiswil an. Das wird gleich ins Training eingebaut. Mit einem Crossover wechsle ich die Seite für einen Landevolte auf dem Runway 21. Wahrscheinlich haben wir durch dieses Verhalten die andern Piloten verstörrt. Bald sind wir alleine auf der Landevolte. Im Abschluss werde ich mit einer Notlandung überrascht. Ohne Motorenleistung und etwas tief setze ich zu kurz "ausserhalb" der Piste auf. Wenn ein Motorausfall simuliert wird, darf ich diesen eben nicht zur Hilfe nehmen, um den Flieger bis über die Linie (offizieller Pistenbeginn) vor zu ziehen. Die Reifen quitschen auf dem Pistenbelag. Der Kommentar meines Ausbildners: Wir haben die Notlandung überlebt und sind heil geblieben. Was das wohl bedeutet? 😅


Mit dem Auslandflug nach Deutschland klappt es heute noch nicht. Der Flieger ist leider belegt. Aber auf dem Heimweg besorge ich noch FFP2 zertifizierte Schutzmasken. Diese sind ja im grossen Kanton in der Öffentlichkeit vorgeschrieben.

0800 LSPG abflugbereit
0800 LSPG abflugbereit

8. Februar 2021

Am Vorabend werde ich ca. um 22:30 vom Ausbildungschef zum Fliegen aufgefordert. Wir einigen uns auf 16:15 des Folgetages. Irgendwann im Verlaufe des Tages erfahre ich, dass ich mit einem neuen Ausbildner fliegen werde. Ich solle ihm zeigen, was ich kann, den Rest zeige er mir dann.


Das macht mich etwas nervös. Doch es läuft alles wie am Schnürchen. Ich bin früher als vereinbart dort und die Flugmaschine steht abflugbereit draussen. Wir besprechen das Programm. Ich wünsche die 60° Neigungskurve. Er schlägt vor voran noch einen Flug durch die Flugplatzzone von Buochs nach Küssnacht, dort drehen und dann noch anfragen für einen Flug durch die CTR von Emmen entlang dem Rotsee zurück. Somit könne ich noch das Funken zum Fliegen etwas trainieren.


Der Motor rattert. "Kägiswil Aerodrom, Hotel Bravo Uniform Charly Mike, in front of hangar 4, backtrack runway 03 to parking" sende ich in den Äther. "Hotel Charly Mike, taxi own discretion, en Gruess vom Tauer Buochs, mä winscht en scheenä Flug" meldet sich dann der Tower von Alpnach zurück. Ich erwidere den Gruss und kündige an, dass ich mich beim Tower Buochs noch melden werde.


Der Start gelingt, die Clearance für den Durchflug in CTR Alpnach, Buochs und Emmen erhalte ich wie gewünscht. Danach gibt es Flugtraining im ganzen Geechwindigkeitsbereich bis zum Strömungsabriss, Neigungskurven mit verschiedenen Schräglagen in verschiedenen Konfiguration und Geschwindigkeiten. Anschliessend noch Landetrainings in verschiedenen Konfigurationen.


Zum Schluss verrät mir mein Mitflieger, dass er normal Airbus340 fliegt, da ist manches etwas anders. Doch im Grossen und Ganzen ist er mit meiner Leistung zufrieden. Wenn ich noch etwas an der Präzision arbeite, kommt das gut, meint er im Debriefing.

10. Februar 2021

Ich bin ja noch immer beschäftigt mit meiner weiteren Ausbildung. Da steht noch der Auslandflug bevor, sowohl mit dem Fluglehrer als auch im Soloflug.


1. Ich bin in Abklärung, ob ich nach der Armverletzung wieder im Soloflug fliegen darf. Da erhalte ich heute vom Fliegerarzt die Freigabe. Ich darf wieder fliegen.


2. In den Richtlinien liest man, Einreisen mit dem Flugzeug sind nur möglich mit einem negativen Coronatest. Wie soll ich dies anstellen bei einer kurzen Landung auf einem Zollflugplatz in Deutschland zu Ausbildungszwecken? Bei einem Telefon mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann man mir nicht weiterhelfen und ich werde auf einen Flugplatz verwiesen. Anschliessend telefoniere ich mit der Flugplatzleitung von Buochs. Er kann mir nur soviel mitteilen, was in den Richtlinien steht. Er findet heraus, das mein gewünschter Ausbildungsflug eigentlich nicht geregelt ist. Am Abend erhalte ich vom Flugplatzchef dann eine E-Mail, dass kleine Sportflugzeuge und Ausbildungsflüge von dieser Regelung befreit sind. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) werde noch offiziell darüber informieren.


Danke dem Einsatz der Beteiligten. Jetzt sind doch einige Hürden beiseite geschafft.  😊

13. Februar 2021

Um 1100 WX Briefing. Aber wenn ich so aus dem Fenster blicke, das wird wohl nichts heute. Die Wolken hängen tief. Aus dem Hochnebel fällt leichter Schnee, welcher die Sicht einschränkt. Und doch, mein Fluglehrer bestellt mich auf den Flugplatz.


Man kann nicht immer nur die Schockoladeseite geniessen und soll profitieren, wenn man einen erfahrenen Fluglehrer zur Seite hat. In meiner Planung hatte ich den Zielflugplatz Grenchen berücksichtig. Das Metar meldet Windwarnung. 14 Knoten Windgeschwindigkeit. Das wird sportlich aber nicht unmöglich. Wir starten. In 3500 Fuss Höhe fliegen wir in Richtung Mittelland. Als Navigationhilfe trainieren wir den Umgang mit dem VOR Willisau. In Koppigen lichtet sich der Himmel. Wir erhalten die Freigabe für den Einflug in die Kontrollzone von Grenchen als Number One. In ungewohnter Höhe drehen wir in den Endanflug. Mit der Nase im Wind halte ich etwas den Flieger quer auf der Pistenachse. Landung gelingt problemlos. Beim C-Büro erwartet uns ein anderer Flugschüler aus unsere Flugschule. Ein kurzer Schwatz und Gebühren abrechnen, dann geht es bei strahlendem Wetter wieder zurück in die Innerschweiz.


Meine Planung etwas falsch mit Flugplätze als Wegpunkte korrigieren wir beim Rückflug, indem wir dies etwas grossräumig umfliegen. Am Zugersee wird es wieder düster. Ich entschliesse mich für ein Absinken auf 3000 Fuss um unter die Nebeldecke zu gelangen und um die umliegenden Hügel nach Kägiswil zu fliegen. Wir fliegen vor den Bürgenstockhotels nach Stanstad umfliegen den Lopper. Entering downwind runway zerro tree (kein Schreibfehler) for fullstop. Die ganze Landeeinteilung gelingt mir wie nach Theoriebuch. Butterweich kehren wir auf den einheimischen Boden zurück.


Danke für die tollen Bilder und dass ich dies Erfahrungen bei nicht ganz so vorteilhaften Witterungsbedingungen machen durfte.

19. Februar 2021

Beim ersten Kontakt mit einem neuen Fluglehrer von heute, wurden von mir sämtliche Dokumentationen in Papierform verlangt. Also habe ich auch alles schön brav vorbereitet. Ich betrachte diesen Flug wie einen Prüfungsflug. Fast so nervös trete ich dann diesen Flug auch an.


Speziell bei diesem Flug ist die Anflugroute Echo. Da soare ich sonst mit dem Gleitschirm bei Bise. Es war für mich also überhaupt kein Problem mich auf der Route zu orientieren. Es gibt viel Betrieb auf dem Flugplatz Bern Belp. Ich mit meinem Pfufferli zwischen all den Business-Jets und zweimotorigen Flugmaschine. Ich werde auch vom Follow Me Auto am Runway abgeholt wie ein "Grosser".


Etwas Mühe habe ich beim Flug austrimmen. Ich kann irgendwie einfach nicht eine konstante Höhe halten. Doch sonst hat sich der Fluglehrer auf meinem Flug wohl und gut aufgehoben gefühlt, verratet er mir am Debriefing.

Papierkrieg
Papierkrieg

20. Februar 2021

Feinschliff steht heute auf dem Programm wir fliegen für Funktraining über den kontrollierten Luftraum Alpnach , durch Buochs und Emmen. Im Wauwiler Moos werden auf 4500 Fuss exakte Orbits fliegen trainiert, 360° links und rechts rum. Die Heissluftballons über uns werden uns beobachtet haben. Dann plötzlich "fällt" auf dieser Höhe der Motor aus. Unter Berücksichtigung des Windes muss ich mir ein geeignetes Feld aussuchen. Ich bereite alles für eine Notlandung vor. Alles schön einteilen im Gleitflug, im Endanflug etwa 100m über dem Boden übernimmt der Ausbilder und startet durch um wieder auf die Ausgangshöhe zurück zu kehren. Was haben wohl all die Fussgänger unter uns gedacht, welche es bei dem heutigen Frühlingswetter zu einem Spaziergang aus den Häuseern    getrieben hatte. Wir wiederholen alles noch einmal. Jetzt einfach statt rechts nun links rum. So habe ich als Pilot eine besseren Überblick.


Nach dem Training geht es zur Homebase zurück, natürlich mit einem kleinen Umweg über das Entlebuch, Sörenberg. Den Fluglehrer fasziniert das Skigebiet unter uns. Ich bin aber beschäftigt. Vorbei geht es am Brienzer Rothorn über den Glaubenbühlen zurück zum Einflupunkt Sierra für Kägiswil. Plötzlich habe ich 2 weitere Flieger im Rücken. Ich werde zu einem "Highspeed" Approach aufgefordert. Dank dem Fluglehrer an Bord klappt alles gut.


Im Hangar ist der Platz für meine Flugmaschine besetzt. Es hat ein Pilot sein Auto dort parkiert. Statt zu warten, lass ich mir einen Soloflug vom Chef-Fluglehrer bestätigen. Der Flugauftrag ist rund um die Rigi zu fliegen und inbound via Einflugpunkt November.


Ich starte ganz alleine, überfliege Buochs nach Brunnen, Arth. Bei Küssnacht melden sich viele Piloten am Funk. Es ist Betrieb auf der "Autobahn" zum Brünig. Jetzt verstehe ich den Ausdruck Bermuda-Dreieck Horw der ATC. Noch einen Touch and Go dann lande ich und stelle das "Tigerli" in seine Garage. Was war das für lernreicher Tag wieder.

über Entlebuch mit Blick zum Pilatus
über Entlebuch mit Blick zum Pilatus

24. Februar 2021

Heute erfliegen wir Kreise in verschiedenen Konfigurationen und geschwindigkeiten. Auch wird eine Landung ohne Flaps trainiert.

Doch das Highlight sind die Evolutionen, die wir erfliegen. Im Sturzflug auf max. Speed beschleunigen, dann den Flugabfangen und hochziehen bis zur Minimumfluggeschwindigkeit. Dabei muss ich stets beachten, dass die Drehzahl des Motors stimmt.


Abgeschlossen wird dieser Flugtag mit Platzrunden im Soloflug.

27. Februar 2021

Der Flugauftrag lautete für heute: vollgetankt und Passagiere, fliegen mit Vollast. Ich hatte keine Mühe, Fluggäste zu finden. Meine beiden Kinder waren sofort begeistert. Nur eines bereitete mir Sorgen. Nach meinen Berechnungen stimmt einfach das Weight and Balance nicht. Mindestens ein Gast müsste am Boden bleiben. Beim Briefing stellte sich dann heraus, das war ein Missverständnis beim Wort UND. Volltanken ODER Passagiere!


Die ganze Nacht hatte es gestürmt. Bei der Hinfahrt zum Flugplatz hat es genieselt und die Wolkendecke hängt verdammt tief. Ich bin nicht auf fliegen eingestellt und darum bereiten wir auch nicht den Flieger vor, obwohl wir genug früh dort sind. Doch mein eintreffender Fluglehrer motiviert mich dann. Einzig bei so starker Bise sei der geplante Zielflugplatz Triengen heikel.


Wir starten. Es schüttelt und rüttelt. Der Downwind kann gerade noch geflogen werden wegen der tiefhängenden Wolkendecke. Die Platzrunde in Triengen ist der reine Schüttelbecher. Ich wollte sie schon gar nicht fertig fliegen. Es endet im Go Around. Ich werde zu einem Alternate aufgefordert: Grenchen. Gemeldet wird im ATIS Wind von 14 Knoten. Als Gleitschirmpilot ist erstes Gebot bei starkem Wind den Endanflug hoch anzusetze. In der Motorfliegerei ist das anscheinend gerade umgekehrt. Landung klappt perfekt.


Weiterer Plan ist, nach meinem ursprünglichen Flugplan weiter zu fliegen. Triengen, Hitzkirch, Obfelden, Zug, Arth, Brunnen Buochs. Wir heben ab. Noch eine Nola Übung wieder im Wauwiler Moos, muss dort Standard sein. Dann, den Lindenberg können wir wegen zu tiefer Wolkenbasis nicht überfliegen. Im Lee von diesem Hügel schüttelt es uns kräftig das Seetal hinunter. Am Zugersee steht ein Wand in unserer Flugrichtung nach Arth. Wir probieren es. Wenn es nicht geht, drehen wir einfach um. Bei Schwyz erwarte ich heftigste Turbulenzen, doch diese bleiben auf dieser Talseite aus. Der geplante Orbit über der Bergkäserei Seelisberg können wir nicht realisieren. Wir fliegen etwa die Höhe von Seelisberg, wenn nicht sogar drunter.


Um meine Landungen zu perfektionieren, gibt es bei der Homebase noch einen Touch and Go bevor dem herbeigesehnten Fullstop.


Meine Kinder waren begeistert von diesem Flug. Ich musste den ganzen Flug mit ihnen nocheinmal durchspielen, was wo geschah, denn sie hatten kein Headset und bekamen gar nicht mit, was mein Ausbildner und ich immer wieder so besprochen hatten. Was mir auch auffiel, auch der Fluglehrer hatte den Flug sichtlich genossen. Er sitzt gelassen neben mir, während ich schweissgebadet gegen die Elemente "kämpfte". Das war wieder ein Flugerlebnis der Superlativen.

Final in Grenchen
Final in Grenchen
Fliegen an der Wolkenbasis
Fliegen an der Wolkenbasis
Sie hatten ihren Spass auf der Rückbank.
Sie hatten ihren Spass auf der Rückbank.

2. März 2021

Ein ganz normaler Flug mit TMA Bern kreuzen von Fribourg her und Zwischenlandung auf der "Minipiste" von Triengen. Gerade noch vor bürgerlicher Dämmerung auf der Homebase wieder gelandet.

4. März 2021

Heute war es mir nicht ums Fliegen. Doch die Deadline steht mir im Nacken. Ende März kann ich in meiner Flugschule nicht mehr weiterfliegen. Doch unter Druck zu fliegen, das geht gar nicht. Die heutige Flugstunde war eine einzige Katastrophe und hat dies unterstrichen. Nichts hatte mehr geklappt, wie es sollte.

 

Ein offenes und ehrliches Gespräch hat mir nun aufgezeigt, dass ich besser statt der Umschulung von der HB-ONA auf die HB-UCM gleich die Flugschule hätte wechseln sollen.

 

Die jetzige Situation wirft mich eigentlich zwei, drei Monate zurück. All dies wäre ja noch zu schaffen. Doch da steht noch der riesengrosse Berg mit dem Namen Language Proficiency Test auf dem Weg ins Ziel. Der bereitet mir ganz tiefe Falten, resp. Furchen in meine Stirn.

 

Eigentlich fliege ich für das Leben gerne. Ich behaupte von mir auch das "Gspühri" dafür zu haben. So hatte ich bei einem Schulungsflug im "Fiddle" bemerkte, jetzt haben wir Wind von hinten rechts. Der Fluglehrer benötigte dazu schon die technischen Hilfsmittel, um mir 7 Knoten Rückenwind zu bestätigen. Und vielleicht genau vor dieser vielen Technik scheine ich nun zu scheitern.

      

Doch trotz den widrigen Umständen mit Corona und allem drum und dran, habe ich es sehr weit geschafft. Und ich sehe all die ganzen Erfahrung als eine ganz tolle Horizonterweiterung für den Gleitschirmsport. All die Aufwände und Investitionen haben sich ganz sicher gelohnt. 

 

Aber ich muss mich wieder auf das Wesentlich konzentrieren, auf das natürliche Fliegen, das Fliegen mit der Natur und mit den Elementen. Hoffen wir bald darauf diese Freude am Fliegen mit Mitmenschen wieder teilen zu dürfen.

16. März 2021

Ab heute wäre ich theoretisch Privat Pilot.   😊

Theory Examination is passed.

Mit diesem Rechenschieber ging es einfach entspannter an die Prüfung.
Mit diesem Rechenschieber ging es einfach entspannter an die Prüfung.

19. März 2021

Spontan einen Flugschüler nach seinem Instrumenten-Schulflug am Flugplatz besuchen wollen, endet mit einem Flug. Der Fluglehrer war natürlich auch vor Ort. Er ladete mich zu einem Flug mit dem Elektroflieger ein. Die Route ging in mein Flugrevier, ins Melchtal, über den Storeggpass ins Engelbergertal, dem Haltigrat im dynamischen Wind hochgesoart, über die Bärenfalle gehüpft, hinter dem Klewenstock in Richtung Niederbauen gepeilt. Ich melde voraus einen Gleitschirm im Schlauch am Drehen. Wir fliegen einmal unten hinein um zu schauen, ob wir von diesem Aufwind auch etwas mitnehmen können. Vor dem Startplatz vom Niederbauen drehen wir ab, denn die Akkukapazität soll uns ja wieder zur Hombase zurück bringen. Im Gleitflug geht es zum Flugplatz Buochs overhead, über den November in den Downwind Runway 03. Die Energie soll noch für einen Touch and Go reichen. Doch im Steigflug dann Alarmsignale und Lampen, die aufblinken. Es sind zum Glück nur Warnungen. Nach einer Volte sind wir zurück am Boden.

 

Es war ein sehr handliches Flugzeug und bereitetete viel Flugspass. Nur die Energiekapazität lässt keine grossen Hüpfer zu, schade. War fast ein bisschen wie Twike pilotieren.


Flugaufzeichnung

Bild von Mirko Bleuer (bleuair.ch)
Bild von Mirko Bleuer (bleuair.ch)
Modernes Cockpit (Bild: Mirko Bleuer)
Modernes Cockpit (Bild: Mirko Bleuer)

Alle Flüge auf einen Blick

Unter folgendem Link habe ich alle Flugaufzeichnungen während meiner bisherigen Privat Pilot Ausbildung auf Google Earth abgespeichert.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mark R. (Samstag, 27 März 2021 15:42)

    Hallo Dani, spannendes Tagebuch zu Deiner Flugausbildung. Lieber Gruss Mark R.