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Alpenüberquerung

Lange im Voraus habe ich den Flieger reserviert. Mein Passagier und ich haben extra den Nachmittag frei gemacht. Es soll endlich über die Alpen nach Lugano gehen. Anfangs Woche kündet die Wetterprognose ein Gelingen des Vorhabens an. Doch am wichtigen Tag dann die Ernüchterung. Gegen Abend sind Überentwicklung und evtl. Gewitter zu erwarten. Ich nehme den Morgen auch noch frei und plane eine Variante nach Sion, wo uns das Tal gegen Westen einen Fluchtweg und Heimreise aus den Bergen offen hält.

das Laub am Titlis
das Laub am Titlis

Um 13:05 heben wir in Kögiswil ab. Dem Engelbergertal folgend, wollen wir zum Titlis aufsteigen. Doch das Tal ist zu kurz oder die Leistung des Fliegers zu gering. Es braucht noch eine Schlaufe im Engelberger Kessel bis wir die gewünschten 10'000 Fuss erreichen. Am Titlis vorbei, peilen wir die grosse Scheidegg an. Doch nach uns meldet sich ein Gegenverkehr auf der gleichen Höhe bei der Luftleitstelle von Meiringen an. Da ich diesen nicht richtig orten kann, melde ich eine Holding-Schleife über der Melchsee Frutt. Bald informiet mich die Leitstelle, dass nun der Weg wieder frei ist. Wir ziehen an den Engelhörner, Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau vorbei, immer leicht steigend, dass wir die nötige Höhe von 11'000 Fuss für die Gemmipass-Querung erreichen. In einer grossen Linkskurve stechen wir über den Gemmipass ins Wallisertal nach Raron auf die andere Talseite und weiter im Sinkflug über die Route Echo und landen schliesslich in Sion.

Endanflug Sion
Endanflug Sion

Nach einer Zwischenverpflegung ist der Plan über Martigny, Fribourg, Crossing TMA Bern, Sursee, Horw nach Kägiswil zurück zu kehren. Doch die Tankanzeige macht den Passagieren etwas nervöse. Ich weiss, dass die Endurance ausreicht. Doch zur Beruhigung meines Mitfliegers kürzen wir über das Haslital und den Brünig ab.


Ich pfeife das Lied von Mani Matter, "dr Apleflug" vor mich her.